Hanau braucht das Grimmhaus

Historie

Geburtshaus Ludwig Emil Grimms

Die Familie Grimm zog 1787 oder 1788 vom Paradeplatz 1 (heute Freiheitsplatz) in die Lange Gasse 41. Im Jahr 1791 siedelte     die Familie nach Steinau an der Straße um. Ludwig Emil Grimm kam am 14. März 1790 in der Langen Gasse 41 zur Welt.

So wohnten die Brüder Grimm in Hanau

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Das Geburts-und Wohnhaus hatte den Namen Haus zur Grünen Linde. Es war geräumig, die Lage in der Stadt günstig, die     Verhältnisse waren geordnet, stellen die Literaturwissenschaftler und Historiker Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz fest. Jacob Grimm beschreibt das Anwesen wie folgt:
 

  • Es war hellroth angestrichen, neben links lag ein anderes von dunkler Steinfarbe, das zu dem auf der Gegenseite des     Viertels liegende Neustädter Rathaus gehörte.
  • In unserem Haus wohnten wir zur Miethe ganz allein.
  • Unten war ein Besuchszimmer, gewöhnlich leer, mit Jägern auf der Tapete.
  • Die Haus- und Hofthüre war gelbbraun angestrichen.
  • Der Hof war eng, es wurde darauf Holz gesägt.
  • Rechts war die Waschküche, wo einem die Wäscherin einen Tropfen Branntwein auf schwarzes Brot zu eßen gab.
  • Wenn man die Treppe hinauf kam, ging es links in die Wohnstube, wo die Mutter war.
  • Dem Vater seine Stube muß entweder rechts oder hinter der Wohnstube gewesen seyn.
  • Die Kinderstube war hinten auf dem Hof.
  • Ich habe oft  am Fenster gestanden und einen Apfelbaum gesehen, deßen Äste über die Hofmauer aus dem Nachbar-     garten ragten.

 

Hans-Georg Schede ergänzt in seiner Biographie:

  • Die Mutter saß zumeist in der Wohnstube auf einem Tritt am Fenster. Sie hat dort in den Spiegel gesehen, der draußen fest war und worin sie alle Leute auf der Straße sehen konnte.
  • Es gab eine Magd Marie und eine Kinderdame Gretchen.
  • Das Leben war sehr eingehalten. Gebetet wurde bei Tisch und abends im Bett.
  • Die Mutter hat die Kinder am Ofen gewaschen. Oft mit warmen Waßer und Wein.
  • Besonders beim Nägelschneiden haben die Kinder immer eine Art Grauen empfunden. Angenehmer war das Kämmen   und Lausen gewesen, wenn die Kinder sich mit dem Gesicht an den Leib der Mutter gelegt und sich gefreut haben,           wenn eine Laus knickte.

 

Der Vater Philipp Wilhelm Grimm war Hofgerichtsadvokat und Stadtsekretär der Hanauer Altstadt. Er galt als angesehener Bürger. Seine Mutter, Dorothea Grimm, geborene Zimmer, war Tochter eines Kasseler Kanzleirates. Die Mutter gebar im          Jahr der Eheschließung 1783 einen Sohn, Friedrich Hermann, der nach wenigen Monaten starb. Dann folgten im Jahresab-     stand 1785 Jacob, 1786 Wilhelm, 1787 Carl, 1788 Ferdinand und 1790  Ludwig Emil. Die einzige Tochter Lotte kam 1793 in             Steinau an der Straße zur Welt.

 

Wege der Kinder in der Stadt 

  • Die Brüder Grimm besuchten ihre Großeltern am Johanneskirchplatz und aßen dort einmal in der Woche.
  • Bei ihrer Tante Schlemmer um die Ecke in der Fahrgasse erhielten die Brüder ihren ersten Unterricht und lernten das Abc
  • Über den Neustädter Markt hinweg gingen Sie zu einem französischen Sprachlehrer.

Geburtshaus der Brüder Grimm

Am Paradeplatz 1 - dem heutigen Freiheitsplatz - stand bis zur Kriegszerstörung 1945 das Geburtshaus der Brüder Grimm.
 

In der Mitte war eine Gedenktafel angebracht. Sie stammte aus dem Jahre 1871. Es war eine weiße Marmortafel, die von einem Schwan als Hanauer Wappentier gekrönt war. In der Mitte war ein Bronzemedaillon mit einem Doppelportrait der Brüder Grimm eingearbeitet.
 

Weiterer Lebensweg der Grimms nach der frühen Kindheit in Hanau

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